Vergaberecht in der Energie- und Wasserwirtschaft

Grundlagen, Praxis, Trends

Nächste Termine

28.04.27
Online
ab 595,- € ggf. zzgl. MwSt

Veranstalter

  • BDEW
Vergabeverfahren in der Energie- und Wasserwirtschaft werden immer komplexer – von EU- und nationalem Recht über Freistellungen bis hin zu Nachhaltigkeitsvorgaben und neuen gesetzlichen Entwicklungen. Mit der geplanten neuen EU-Vergabeordnung steht zudem eine grundlegende Neuordnung des europäischen Vergaberechts an. Für Stadtwerke, Energie- und Wasserversorger bedeutet dies, rechtliche Vorgaben einzuhalten und Projekte effizient umzusetzen. Diskutieren Sie mit Experten aus Recht und Vergabepraxis über Grundlagen, aktuelle Entwicklungen, Rechtsprechung und typische Risiken und erfahren Sie, wie Sie Vergabeverfahren rechtssicher und praxisorientiert gestalten können.

Was nehmen Sie mit

  • Klare Einblicke in die aktuellen rechtlichen Vorgaben des Vergaberechts für Energie- und Wasserversorger
  • Praktische Tipps zur sicheren Umsetzung von Vergaben sowie zur Vermeidung von Fehlern und Risiken
  • Aktuelle Informationen zur neuen EU-Vergabeordnung, zum Vergaberechtsbeschleunigungsgesetz, zur UVgO und VOB
  • Praxisnahe Beispiele zu Freistellungen, Nachhaltigkeits-, Klima- und Energieanforderungen sowie zur effizienten Gestaltung von Vergabeverfahren
  • Diskussion und Austausch mit Expertinnen und Experten zu Rechtsschutz, aktueller Rechtsprechung und den wichtigsten Entwicklungen im Vergaberecht

Veranstaltungsprofil

Art
Informationstag
Veranstaltungsort
  • Online
Zielgruppe

Fach- und Führungskräfte von Energie- und Wasserversorgungsunternehmen sowie Mitarbeiter:innen aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Recht, Einkauf, Vergabe, strategische Unternehmensentwicklung und Kommunikation, ebenso Rechtsanwält:innen und Berater:innen, die Vergabeverfahren begleiten.

Termine

28.04.27
Online
ab 595,- €ggf. zzgl. MwSt

Adresse

Virtueller Veranstaltungsraum
Online

Preise

865,- € Normalpreis (online)

595,- € Mitgliedspreis BDEW (online)

Referenten

Dr. Sabine Wrede

Teilnehmer

max. 30

Es gelten die zum Buchungsdatum im Online-Shop angegebenen Preise.

Inhalt der Veranstaltung

Vergabeverfahren in der Energie- und Wasserwirtschaft sind komplex und unterliegen ständigen Änderungen – von EU- und nationalem Recht über Freistellungen bis hin zu Nachhaltigkeitsvorgaben und neuen Gesetzesvorhaben. Für Energie- und Wasserversorger ist dieses Thema besonders relevant, da fehlerhafte Vergaben nicht nur rechtliche Risiken bergen, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf Projekte, Investitionen und die Versorgungssicherheit haben können.

Lernen Sie die Grundlagen des Vergaberechts kennen – von der Systematik des EU- und nationalen Rechts über die Abgrenzung zwischen Richtlinien und nationalem Gesetz bis hin zu Besonderheiten bei Sektorenauftraggebern und Unterschwellenvergaben. Expert vermitteln praxisnahe Beispiele und zeigen auf, welche Fallstricke häufig auftreten und wie Sie diese vermeiden können.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Freistellungen für die Energiewirtschaft, wie sie von der EU-Kommission beschlossen wurden. Sie erfahren, wer betroffen ist, welche Grenzen die Freistellungen haben und wie Sie diese in der Praxis korrekt anwenden. Dabei wird deutlich, wie Freistellungen Chancen eröffnen, aber auch Risiken bergen, die bei der Planung von Energie- und Wasserprojekten berücksichtigt werden müssen.

Erfahren Sie, wie verschiedene Verfahren und Verfahrensarten optimal eingesetzt werden – von offenen und nichtoffenen Verfahren über Verhandlungsverfahren bis hin zu besonders dringlichen Vergaben. Praxisbeispiele verdeutlichen, wie Vergaben effizient gestaltet werden können, ohne rechtliche Vorgaben zu vernachlässigen.

Wichtige vergaberechtliche Vorgaben in der Versorgungswirtschaft sind:

  • Sektorenvergaberichtlinie 2014/25/EU: Diese Richtlinie regelt die Vergabeverfahren von Sektorenauftraggebern in den Bereichen Energie, Verkehr, Wasser und Postdienste. Sie trägt den besonderen Wettbewerbsbedingungen in diesen Sektoren Rechnung, indem sie gegenüber dem klassischen Vergaberecht flexiblere Verfahrensregelungen vorsieht.
  • EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852: Die EU-Taxonomie-Verordnung verpflichtet große Unternehmen, die unter die Nachhaltigkeitsberichterstattung fallen, sowie Finanzmarktteilnehmer zur Offenlegung, inwieweit ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten ökologisch nachhaltig im Sinne der EU-Klimaziele sind. Energie- und Wasserversorger sind hiervon in besonderem Maße betroffen, da viele ihrer Tätigkeiten (z.B. erneuerbare Energieerzeugung oder Wasserversorgung) als taxonomiefähig gelten. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Berichtspflichten, Investitionsentscheidungen und den Zugang zu Finanzierung.
  • GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen): Die §§ 97 ff. GWB bilden den übergeordneten nationalen Rechtsrahmen für das Vergaberecht in Deutschland. Sie gelten für öffentliche Aufträge und Konzessionen und sind auch auf Energie- und Wasserversorger anwendbar, sofern diese als öffentliche Auftraggeber oder Sektorenauftraggeber im Sinne des GWB tätig werden.
  • VgV (Vergabeverordnung): Die Vergabeverordnung konkretisiert die Verfahrensregeln für Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte im klassischen Vergaberecht. Sektorenauftraggeber wenden die VgV nur insoweit an, als die Sektorenauftraggeber-Verordnung (SektVO) keine spezielleren Regelungen enthält.
  • SektVO (Sektorenauftraggeber-Verordnung): Die SektVO setzt die Sektorenvergaberichtlinie 2014/25/EU in nationales Recht um und stellt das zentrale Regelwerk für Vergabeverfahren von Sektorenauftraggebern, insbesondere im Energie- und Wassersektor, oberhalb der EU-Schwellenwerte dar.
  • KonzVgV (Konzessionsvergabeverordnung): Die Konzessionsvergabeverordnung ist anzuwenden, wenn Energie- oder Wasserversorger Konzessionen vergeben, bei denen das wirtschaftliche Betriebsrisiko ganz oder überwiegend auf den Konzessionsnehmer übergeht, beispielsweise bei Konzessionen für Strom-, Gas- oder Wasserversorgungsnetze.
  • Ergänzend sind insbesondere die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO), haushalts- und kommunalrechtliche Vorgaben sowie beihilfen- und kartellrechtliche Regelungen zu beachten, die für Energie- und Wasserversorger je nach Organisationsform und Tätigkeit zusätzliche vergaberelevante Anforderungen begründen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der neuen EU-Vergabeordnung: Die Europäische Kommission hat am 9. September 2026 ihren Vorschlag für den „Public Procurement Act“ vorgelegt. Die geplante Verordnung soll die bisherigen drei EU-Vergaberichtlinien für öffentliche Aufträge und Konzessionen ersetzen. Damit steht das europäische Vergaberecht vor einer grundlegenden Neuordnung. Im Frühjahr 2027 wird sich die Veranstaltung mit dem aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens, den vorgesehenen Neuregelungen und den möglichen Auswirkungen auf die Vergabepraxis in der Energie- und Wasserwirtschaft befassen.

Ein weiterer Fokus liegt auf aktuellen Entwicklungen im nationalen Vergaberecht. Das Vergaberechtsbeschleunigungsgesetz, die Unterschwellenvergabeordnung und die VOB werden ebenso betrachtet wie deren Folgen für Energie- und Wasserprojekte. Sie erfahren, welche wesentlichen Neuerungen zu beachten sind und welche praktischen Auswirkungen sich daraus für Ihre Vergabeverfahren ergeben.

Auch Nachhaltigkeits-, Klima- und Energieanforderungen gewinnen im Vergaberecht weiter an Bedeutung. Die Veranstaltung zeigt, welche Umwelt- und Sozialkriterien berücksichtigt werden können und welche Rolle die EU-Taxonomie und nationale Vorgaben spielen. Praxisbeispiele zu CO2-Kriterien, Lebenszykluskosten und Energieeffizienz verdeutlichen, wie diese Anforderungen in Vergabeverfahren einbezogen werden können.

Auch das Thema Rechtsschutz und aktuelle Rechtsprechung wird praxisnah behandelt. Von Nachprüfungsverfahren über häufige Fehler bis zu neuen Entscheidungen des EuGH und nationaler Gerichte – Sie lernen, wie Sie Vergabeverfahren rechtssicher gestalten, Risiken minimieren und aktuelle Entwicklungen für die eigene Praxis einordnen können.

Abgerundet wird die Veranstaltung durch praxisnahe Beispiele, Diskussionen und individuelle Fragestellungen, sodass Sie wertvolle Impulse für die Umsetzung Ihrer eigenen Vergaben in der Energie- und Wasserwirtschaft erhalten.

Themenschwerpunkte

  • Grundlagen des Vergaberechts: EU- und nationales Recht, Sektorenauftraggeber und Unterschwellenvergaben
  • Freistellungen für die Energiewirtschaft: Chancen, Grenzen und praktische Umsetzung
  • Neue EU-Vergabeordnung und aktuelle Gesetzesentwicklung: neuer Rechtsrahmen, Vergaberechtsbeschleunigungsgesetz, UVgO und VOB
  • Nachhaltigkeit und Rechtsschutz: Umwelt- und Sozialkriterien, EU-Taxonomie, CO2-Kriterien, aktuelle Rechtsprechung und Nachprüfungsverfahren

6 Referenten

Dr. Sabine Wrede
Rechtsanwältin und Fachgebietsleiterin
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Dr. Klaus Greb
Rechtsanwalt – Fachanwalt für Vergaberecht
VERGABEPARTNERS Rechtsanwälte Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB Greb Hölzl

Dr.

Andrea Heim
Fachanwältin für Vergaberecht
Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Stephan Rechten
Rechtsanwalt, Partner
ADVANT Beiten

Frederic Delcuvé
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Vergaberecht
Becker Büttner Held Consulting AG

Stefan Merseburg
Recht Konzern, Support und Versicherungen
EnBW Energie Baden-Württemberg AG

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